Maltherapie

Maltherapie ist ein kreativer Prozess, der immer häufiger in der Behandlung psychischer Probleme Anwendung findet. Der spontane Umgang mit Farben und Formen lässt viel Raum für Gedanken. Es werden innere Ressourcen entdeckt und gemeinsam mit einem Therapeuten Lösungsansätze für das eigene Leben herausgebildet. Bei der Maltherapie kann Gefühlen nonverbal durch entstandene Bilder Raum gegeben werden. Gerade für Patienten, die ihr Erlebnis nicht in Worten ausdrücken können, ist die Maltherapie eine hervorragende Möglichkeit, sich mitzuteilen.

Zugang zum Unterbewusstsein

Nicht selten haben Patienten besonders schlimme Erlebnisse oder Geschehnisse verdrängt. Trotzdem rauben sie ihnen Kraft und Lebensfreude. Durch therapeutisches Malen können genau diese Erlebnisse oder Geschehnisse ins Bewusstsein zurückgeholt und mit einem Therapeuten bearbeitet werden. Im Verlauf der Behandlung kann Maltherapie häufig zur kompletten Heilung beitragen.

Maltherapie in der psychotherapeutischen Behandlung

Inzwischen ist die Maltherapie aus der psychotherapeutischen Behandlung nicht mehr wegzudenken. Die Maltherapie wird in psychotherapeutischen Einrichtungen entweder in der Gruppe oder als Einzeltherapie angewendet. Ziel ist es, therapeutische Beziehungen, Wahrnehmungen oder die Bewusstmachung eines Problems in den Fokus der Therapie zu rücken. Durch zahlreiche Gespräche über entstandene Bilder wird die Neugestaltung des eigenen Selbstbewusstseins in Angriff genommen. Maltherapie ist nicht nur für Menschen, die wenig reden, eine hervorragende Möglichkeit, ihren Gefühlen Raum zu geben, sondern auch für Kinder, die das Erlebte nicht in Worte fassen können oder denen es schwerfällt, eigene Gefühle zu erkennen und auszudrücken. Durch gemalte Bilder finden Patienten zu neuen Erfahrungen und gelangen zu eigenen Erkenntnissen, aus denen sie konstruktive Lösungen für ihr eigenes Leben ableiten können. Maltherapie geht oft mit einer tiefen Befriedigung über geschaffene Bilder bei den Patienten einher. Das ist ein weiterer positiver Effekt auf dem Weg der Heilung.

Für wen ist Maltherapie geeignet?

Diese Art der Therapie eignet sich für fast alle Patienten, die sich mit Lebensfragen oder Problemen erst einmal nonverbal auseinandersetzen möchten oder für die nur die nonverbale Therapie infrage kommt. Dazu gehören unter anderem Personen,

– die körperlich oder geistig so beeinträchtigt sind, dass sie keine verbale Möglichkeit der Kommunikation haben,

– mit körperlicher Behinderung, die keine physikalische Möglichkeit zum Sprechen haben,

– die stark traumatisiert sind und nicht mehr sprechen können oder wollen,

– die Opfer von Gewalt geworden sind oder

– die schwer krank sind und nicht über ihre Krankheit sprechen möchten.

Der Weg ist das Ziel

Ausgangspunkt für therapeutische Gespräche ist in der Maltherapie nicht nur das entstandene Produkt, sondern auch das Malen an sich. Der Patient ist selbstverständlich nach der Analyse und Interpretation seines Bildes durch den Therapeuten nicht geheilt, sondern der Heilungsprozess findet während der Arbeit am Bild und den Gedanken und Gesprächen danach statt. Wenn sich der Patient auf die Maltherapie innerlich einlässt, kann er während der Beschäftigung einen Lösungsweg für sich und seine Probleme finden. Sehr häufig werden die entstandenen Bilder in der Gruppe ausgewertet, um auch andere Erfahrungen und Emotionen einzubringen.

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